Wallfahrtskirche St. Martin

 

Zur Geschichte der Wallfahrtskirche St.Martin

Um das Jahr 1200 errichtete das Kloster Einsie­deln in Oberendingen eine romanische Kirche mit dem Namen St. Martin.

Sie wurde Filialkirche der Pfarrkirche St. Martin in Riegel, denn Einsiedeln hatte auch dort Besitzungen.

Im 13. Jahrhundert wurde Unter- und Oberendingen von einer Schutzmauer umgeben. Diese Siedlung entwickelte sich im Bereich des Kaiserstuhls zu einem bedeutenden Marktort. Zu dieser beachtlichen Entwicklung hat der Zu­zug der Bewohner aus dem Nie­derdorf sicherlich beigetragen. Die Herren von Üsenberg, die Schirmvögte, haben deshalb Endingen im Jahr 1286 zur Stadt er­hoben.

1455 wurde die St. Martinskirche aus dem Filialverhältnis zu Riegel gelöst und mit Pfarrrechten ausgestattet. Man strebte nun den Neubau einer größeren und schöneren Pfarrkirche an.  

1470/71 wurde die bisherige Kirche abgebrochen und eine vollständig neue, größere im spätgotischen Spitzbogenstil erbaut. Der dreigeschossige Turm hat eine Höhe von 39 Metern. Darin befinden sich 5 Glocken, die im 13.,14., 18. und 20. Jahrhundert gegossen wurden. Die älteste Glocke trägt die Jahres­zahl 1256. Im Chor befindet sich das aus Sandstein gestaltete Sakraments­häuschen aus dem Jahre 1471. In dieser Zeit dürfte auch die Muttergottessta­tue auf den linken Seitenaltar gekommen sein, die heute als Wallfahrtsbild den Hochaltar ziert. 

Grundlegend renoviert wurde der Innenraum 2001/02. Seither dient sie auch als „Kirche der Seelsorgeeinheit“, die am Sonntagabend hier einen Gottesdienst feiert.

Tränenwunder

Das Jahr 1615 war für die St. Martinskirche von besonderer Bedeutung, indem sie Wallfahrtskirche wurde.

„Am Vorabend von Christi Himmelfahrt, dem 27. Mai 1615, vergossen „Unsere Lieben Frauen Bildnis und das Kindlein das sie auf ihren Armen trägt", auf dem Liebfrauenaltar, in Gegenwart einer Menge von Zeugen, mehr als eine Stunde lang viele Tränen."  Diese wunderbare Begebenheit leitete die Wallfahrt „Zur weinenden Mutter­gottes in der Oberen Kirche" ein, welche mit Unterbrechung bis heute erhalten ist. Die Betreuung der Wallfahrt wurde Pfarrern im Ruhestand übertragen. Diese wohnten in der Kaplanei, dem heutigen Pfarrhaus. Wallfahrtstag ist am Vorabend von Christi Himmelfahrt. Nach dem Festgottesdienst führt eine große Lichterprozession durch die Stadt mit anschließender Gebetsnacht.