Pfarrkirche St. Vitus
Jahreszahlen zur St. Vitus-Kirche in Amoltern
1248 Erste urkundliche Nennung der Amolterer Kirche [Schenkung von Rudolph von Üsenberg an Kloster Wonnental in Kenzingen]. Sie war gebaut auf der Anhöhe, wo sich heute noch das Pfarrhaus und der Amolterer Friedhof befinden.
1699 Erste Nachricht über bauliche Maßnahmen: 292 Glasscheiben werden beschafft, um Schäden (die noch aus dem Schwedenkrieg herrühren ?) zu beheben.
1769 In Amoltern wird das "Marianum foedus", das Marianische Bündnis
errichtet, eine spirituelle Gemeinschaft zur Marienverehrung. 17 Ehrenjungfrauen tragen bei Prozessionen eine Marienstatue und Bilder zum Heilsgeschehen. Gesänge und Andachten, Unterstützung der Armen.
1770 Neue Glocke, gegossen von Sebastian Bayer in Freiburg. Motiv Maria als Hirtin.
1778 Aus dem Marianischen Bündnis geht unter Pfarrer Franz Xaver Ganter und Pater Romuald Baumann versuchsweise eine Gütergemeinschaft hervor - fraternum foedus. Das Bündnis wird 1779 von der Obrigkeit verboten.
Bekanntgeworden ist es durch Wilhelm Jensens Novelle "Die Heiligen von
Amoltern" 1886.
1787 Die mittelalterliche, im Kern gotische Kirche ist schon lange baufällig, jedoch droht kein unmittelbarer Einsturz. Sie ist aber zu klein (Kreisbereisungskommission).
1788 werden erste Baurisse und Pläne für eine neue Kirche unten im Dorf erstellt.
1812 Amoltern hatte in diesem Jahre 412 Einwohner in 81 Familien, die in 79 Häusern wohnten.
1813 Die beiden Seitenaltäre werden weggeschafft, um so mehr Platz für die Pfarrgemeinde zu gewinnen.
1817 Der Hochaltar aus der ehemaligen Schloßkapelle zu Riegel wird erworben.
1818 Es wird eine gebrauchte Orgel von Orgelbaumeister Martin in Waldkirch gekauft.
1823 Ein Erdbeben mit Erdrutsch in der Nacht zum 10. November beschädigt die Kirche schwer, Teile stürzen ein. Ein Neubau ist unumgänglich.
1824 Gottesdienste in einer von der Witwe Anna Troxler, geb. Vogel angemieteten Scheune. Jahrelanger Streit um Baupflicht und Bauplatz für die neue Kirche.
1827 Jahrelang: "Unterthänigste Bitten" des Pfarrers Johann Baptist Benitz an die Hochwürdigste Erzbischöfliche Geistliche Regierung, eine neue Kirche zu bauen.
1828 Pläne für eine hölzerne Baracke als "Notkirche" (Entwurf Gottlieb Lumpp) werden von den Amolterern nicht gebilligt.
1831 So., 26. Juni 9 Uhr morgens, Grundsteinlegung für den Bau der neuen Kirche unten im Dorf. Der Bau folgt Plänen des Kreisbaumeisters Friedrich Arnold, der ein Schüler und Neffe des klassizistischen Baumeisters Friedrich Weinbrenner war.
1832 Im Oktober wird der Bau abgeschlossen. Hochaltar, Kanzel, Beichtstuhl und Taufstein sind provisorisch. Die zwei Glocken der alten Kirche werden übernommen. Man hat kein Geld für das Kirchweihfest.
1834 Abbruch der Reste der alten Kirche; einiges vom Inventar wird versteigert.
1838 32 neue Kirchenstühle.
1840 Ein "neuer" Tabernakel wird gekauft (stammt aus einem nicht näher genannten Franziskanerkloster).
1857 Blitzableiter.
1864 Der Altar ist aus Bruchstücken von Altären verschiedener Stile zusammengesetzt. Skizze zu einem neuen Hochaltar, hauptsächlich als Bemalung der Chorwand; das Vorhaben wird aber nicht realisiert.
1865 Ausbesserung und Erhöhung des Kirchturmes.
1895 Einsturz der Kirchenmauer nach heftigem Regen.
1902 Die alte Orgel ist unbrauchbar geworden; neue Orgel von Werkstatt W. Schwarz / Überlingen.
1907 Kollekte für die Anschaffung von Kreuzweg-Stationen.
1915 Elektrisches Licht löst Petroleumlampen in der Kirche ab.
1939 Dringende Reparaturen an Dach und Turm werden abgeschlossen.
1960 Neue Figur "Joseph mit dem Kinde". Von Bildhauer Otto Bauer, Kiechlinsbergen, gefertigt.
1961 Restauration der Statuen Petrus und Paulus, welche noch aus der alten Kirche stammen (gefertigt Ulmer Schule)
1962 Innenrenovierung. Wegen der Höhe des aus Oberschopfheim übernommenen Altares (dort war es ein Seitenaltar) wird das Rundfenster im Chor geschlossen. Drei neue Glocken (Gießerei W. Schilling, Heidelberg) werden geweiht. Pfr. Joseph Büche.
1974 Aufwendige Außenrenovierung, insbesondere an Dach und Turm.
2005 Die gründliche Innenrenovierung mit einem neuen Zelebrationsaltar (Joachim Maria Hoppe) im Zentrum, mit dem neuen Gestühl und dem wieder geöffneten Vitus-Rundfenster im Chor beeindruckt durch Weite, Helligkeit und klare Linienführung. Der schlichte Barock der Altäre fügt sich sehr gut ein.
2005 So. 17. Juli. 173 Jahre nach der Errichtung ihrer Kirche feierten die Amolterer endlich Kirchweih mit Weihbischof Rainer Klug
2007 So. 30. September. 175-Jahr Feier St. Vitus
2011/2016 Neugestaltung des Außenbereichs mit Senioren und rollstuhlgerechten Kirchenaufgang und Toilette
2022 Außenrenovierung

