
Quelle: Foto: T.Müllerleile
Renoviert von der politischen Gemeinde Forchheim vor ca. 40-50 Jahren.
Trägt keine Aufschrift.
18. Mai 2012
Zu diesem Kreuz erzählte mir Fritz Futterer, 80 Jahre alt, Eichstraße, heute diese Geschichte:
Sein Großvater (Vater seines Vaters) ist 1938 im Alter von 98 Jahren verstorben und erzählte Fritz (dort 6 Jahre alt) diese Geschichte.
Vor vielen Jahren (ca. 1850) gab es einmal einen sehr frühen Winter, schon im Oktober wurde es kalt. Bald lag 2 Meter hoch der Schnee. Dem Vieh gefror im Stall der Mist. Die Vögel und Krabben kamen in die Stallungen, um etwas zum Fressen zu finden. Die Feldhasen überlebten unterm Schnee.
Als es Frühling wurde, war es bald sehr heiß. Der Schnee war schnell geschmolzen und es gab Hochwasser. Schon im März hat man Gerste gesät, Weizen wurde in diesem Jahr nichts. Dann hat es bis zur Ernte nicht mehr geregnet. Die Gerste wurde nur »handgroß". Es gab eine furchtbare Hungersnot. Es kamen dann ganze Heuschreckenschwärme - die reinste Plage.
Die Leute wussten sich nicht mehr zu helfen. Sie hatten nichts mehr zum Essen. Danach wurden Prozessionen abgehalten und Gott angefleht, ihnen zu Hilfe zu kommen.
Plötzlich verfinsterte sich die Sonne und es wurde sehr kalt. Es kam sehr früh Schnee und die Heuschreckenschwärme erfroren.
Aus Dankbarkeit soll dieses Kreuz dann erstellt worden sein. Wer es gestiftet hat, ist ihm nicht bekannt. Dies hat sein Großvater nicht erzählt.
14. Oktober 2012 Olga Meyer
Dieses Kreuz wurde gestiftet von Casper Schieble im Jahre 1770
Mündliche Überlieferung
Der Stifter des Kreuzes, in der Aspergstraße 44, Caspar Schieble, hatte in den Hausemer Pfad oder in den Hardererweg auf einen Acker von ihm, weit in der Feldmark, Mist gefahren mit zwei Rössern. Auf der Heimfahrt gingen ihm die Rösser durch. Ob die Leitzügel in die Brüche gingen oder ein anderer Grund die Ursache des „Durchgehens" der Pferde war, kann heute niemand mehr genau sagen.
Jedenfalls hat er die Herrschaft über seine Pferde völlig verloren und geriet in Todesnot und Todesangst, sodass er in dieser Situation ein „Gelübde", ein „Versprechen", machte. Er rief die Heiligen Gottes um Hilfe an und versprach, an der Stelle, an der die Pferde anhalten würden, werde er aus Dankbarkeit ein „Kruzifix" errichten lassen.
Tatsächlich hielten die Pferde im Lehgarten an. An dieser Stelle wurde dann dieses Kreuz gestiftet und errichtet.
Dies wurde von Josef Schwärzle so aufgezeichnet.
Das Kreuz wurde vor einigen Jahrzehnten, als der Weg in den Lehgarten geteert wurde, etwas in Richtung Dorf, Richtung Willibald Lösch, versetzt, wo es heute noch steht. Es wird von der Familie Lösch wunderschön gepflegt.
Dies war früher der Ortsausgang ins Feld zum Hausermer Pfad, Hardererweg, ein Feldweg. Seit 1964 ist es die Ausfahrt zum Jägerhof, zu den Weingartenhöfen und zu den Petershöfen.
Heute ist es zusätzlich noch die Anfahrt für das neue Baugebiet Lehgarten.
28.08.2012 Olga Meyer