
Quelle: Nördlicher Kaiserstuhl
Mit dem Projekt Villa Schwobthaler soll für demente alte Menschen aus der Stadt Endingen und den umliegenden Gemeinden ein Hilfeangebot gestaltet werden, welches das gemeinschaftliche Wohnen mit dem Angebot eines betreuten, strukturierten Tagesablaufs und der Organisation der gegebenenfalls nötigen Pflege verbindet. Die einzelnen Elemente dieses Angebotes werden von unterschiedlichen, am Projekt beteiligten Partnern erbracht, die diese im Sinne der Betroffenen bündeln und koordinieren. Diese Aufgabenteilung ist die rechtliche Voraussetzung dafür, dass zukünftig Bewohnerinnen und Bewohner bei der Betreuung und Pflege im Haus ambulante Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz in Anspruch nehmen können.

Das St. Josefshaus Herten hat im Jahr 2009 die aus der Gründerzeit stammende Villa Schwobthaler von der katholischen Kirchengemeinde in Endingen erworben und in der Folgezeit für die Nutzung durch eine Wohngemeinschaft für demente alte Menschen umgebaut. Der wesentliche Teil der Maßnahme war der Anbau eines neuen Treppenhauses mit behindertengerechtem Aufzug. Damit werden alle Geschossebenen für die zukünftigen Nutzer des Hauses problemlos erreichbar. Außerdem entstand durch die Herausnahme des innenliegenden Treppenhauses in jedem Geschoss eine attraktive Wohndiele, die als gemeinschaftlicher Wohnraum genutzt werden kann. Im Erdgeschoss befindet sich neben zwei Zimmern für Bewohner der zentrale Aufenthaltsbereich für die Wohngemeinschaft sowie eine Küche zur Versorgung der im Haus lebenden Menschen. Im 1. und 2. Obergeschoss konnten jeweils fünf Einzelzimmer und zwei Bäder gestaltet werden.
Insgesamt verfügt das Haus also über 12 Einzelzimmer. Eine weitere Besonderheit des Hauses ist der große geschützte Garten. In diesen kann man sowohl vom Aufenthaltsbereich, als auch vom Eingangsbereich gelangen und ihn für Spaziergänge nutzen, ohne dass die Gefahr besteht, in den öffentlichen Verkehr zu geraten.
Mit der Planung und Bauleitung war das örtliche Architekturbüro Walter Hügel beauftragt. Bei der gelungenen Gestaltung des Hauses und der Außenanlagen haben zahlreiche lokale Handwerksbetriebe mitgewirkt. Den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern steht somit ein hell und freundlich gestaltetes Wohnumfeld zur Verfügung, das die besonderen Bedürfnisse demenzkranker alter Menschen berücksichtigt. Die durchdachte Gestaltung des Hauses unterstützt ein gemeinschaftliches Zusammenleben, das dem in einer großen Familie möglichst nahe kommen soll.

Der gemeinnützige Verein Villa Schwobthaler will in der Betreuung von Menschen mit Demenz und der Unterstützung von betroffenen Angehörigen zukunftsweisende Wege gehen.
Wir bieten Hilfe an für die Sicherstellung einer rund um die Uhr Betreuung. Die Bewohner, vertreten durch Angehörige oder Betreuer, bilden eine Auftraggebergemeinschaft, die das Leben in der Wohngemeinschaft regelt. Sie entscheidet, wie die Tagesgestaltung sein soll oder welcher Pflegedienst beauftragt wird; sie ist eingebunden bei Entscheidungen über Anschaffungen usw.
Der Verein selbst sieht sich als Koordinator zwischen Vermieter und Mieter/Bewohner, der Auftraggebergemeinschaft und dem Pflegedienst. Das Leben in der Wohngruppe wird dem Wohnen zu Hause vergleichbar sein, unterschieden nur in der gemeinschaftlichen Form. Die Bewohner werden in die alltäglichen Aktivitäten eingebunden. Eine großzügig eingerichtete, auf den Bedarf abgestimmte Küche mit integrierter Kochinsel ist nur ein Teil von Arbeitsformen, mit denen Sie, die Bewohner, Kompetenz und Wertschätzung erfahren.
Alltagsbegleiter und Betreuungspersonen sind rund um die Uhr für die Alltagsgestaltung, Betreuung und Grundpflege zuständig. Fachkräfte ergänzen die Versorgung nach individuellem Bedarf. Angehörige können wie ehrenamtlich Tätige Aufgaben für die gesamte Wohngruppe erbringen, z. B. Mithilfe beim Kochen und der Hausarbeit, Begleitung bei Spaziergängen und dabei ein offenes Ohr haben oder das Miteinander Singen und Spielen. Praktikanten und Freiwillige im sozialen Jahr integrieren wir nach Verfügbarkeit.
Immer wieder sind wir in der Vorstandschaft überrascht und dankbar, wie viele Menschen oder Firmen durch spontane Spenden Ihre Unterstützung für unser Projekt zum Ausdruck bringen. Dies gibt uns Mut für die Zukunft, wenn es gilt, den Betrieb der ambulanten Wohngruppe mit Qualität zu garantieren.
Sollten im Haus Bewohner leben, die über diese Betreuung hinaus Pflege brauchen, so lässt sich diese im Rahmen der Mieter- und Auftraggebergemeinschaft und mit Unterstützung des Betreuungsvereins organisieren. Dabei sind die Betroffenen frei in der Wahl des dafür infrage kommenden Dienstes. Im Rahmen des Projektes steht allerdings die örtliche Sozialstation St. Martin, deren Gebäude sich auf dem Nachbargrundstück befindet, als ein kompetenter Anbieter für diese Leistungen jederzeit zur Verfügung.
Allen künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern wünschen wir, dass sie in der Villa Schwobthaler angenehm und mit viel Freunde wohnen und leben.
